Notengebung an der bayerischen Realschule
Die Realschulordnung Bayern (RSO) regelt die Leistungserhebung in §§ 39 ff. Wichtigste Punkte:
Schriftliche Leistungserhebungen sind Schulaufgaben (große, angekündigte Klausuren), Kurzarbeiten (Mittelweg) und Stegreifaufgaben (kurz, unangekündigt). Schulaufgaben zählen am meisten — pro Halbjahr meist zwei bis vier je Fach.
Der Schlüssel — also wieviel Prozent für welche Note — ist nicht in der RSO landesweit festgelegt. An vielen bayerischen Realschulen kommt der 45-%-Schlüssel zum Einsatz (Note 4 ab 45 %), oft mit Knick bei der Note 4−.
Punkte in Note umrechnen — Realschul-Beispiel
Typische Mathematik-Schulaufgabe in Klasse 8, Maximalpunktzahl 60, 45-%-Schlüssel: Note 4 ab 27 Punkten, Note 3 ab 33 Punkten, Note 2 ab 42 Punkten, Note 1 ab 54 Punkten. Der Rechner oben zeigt das genaue Mapping live.
Versetzungsrelevant ist am Ende des Schuljahres der Notendurchschnitt aller versetzungsrelevanten Fächer (RSO §§ 55 ff.). Eine 5 in einem Fach kann durch eine 3 in einem anderen ausgeglichen werden, sofern beides nicht Vorrückungsfach ist.
Abschlussprüfung Realschule (MAP)
Der bayerische Realschulabschluss (offiziell: Mittlerer Schulabschluss) wird in Klasse 10 nach einer Abschlussprüfung in Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache vergeben. Aufgabenstellungen sind zentral gestellt, Korrektur und Notenfestlegung erfolgen schulintern nach ISB-Korrekturhinweisen.
Bestehensgrenze für den Mittleren Schulabschluss: Notendurchschnitt nicht schlechter als 4,0 in den schriftlichen Prüfungsfächern und keine 6, im Schnitt aller Fächer nicht schlechter als 4,0 (RSO § 70).
Wer mit einem Schnitt von 2,33 oder besser abschließt, hat zudem Zugang zur Fachoberschule (FOS) — eine häufige Anschlussroute nach der Realschule.