Was bedeutet „Knick im Notenschlüssel"?
Ein Knick ist eine zusätzliche Stützstelle in der Notenkurve, an der die Steigung wechselt. Üblich ist ein Knick an der Bestehensgrenze (Note 4): unterhalb dieser Grenze verteilen sich die Notenstufen 4-, 5+, 5, 5-, 6 auf einen großzügigeren Punktebereich, oberhalb verlaufen die guten Noten linear bis zur 1+. Damit wird verhindert, dass eine noch knapp ausreichende Leistung sofort zur 5 wird.
Wozu dient der Knick?
Ein linearer Schlüssel verteilt jede Notenstufe gleichmäßig — was bei einer schweren Klausur dazu führen kann, dass schon kleine Fehler die Note unverhältnismäßig stark drücken. Mit einem Knick „atmet" der Schlüssel: Die Lehrkraft kann den Anspruch im oberen Bereich (1er- und 2er-Bereich) hochhalten und gleichzeitig im Bestehensbereich angemessen werten.
Beispiel mit Sockel von 50 % bei 100 Punkten
Bei einem klassischen Knick liegt der Sockel — also die Bestehensgrenze für Note 4 — bei 50 % (50 von 100 Punkten). Von 0 bis 50 Punkten verteilen sich die fünf Notenstufen 4-, 5+, 5, 5- und 6. Von 50 bis 100 Punkten verteilen sich die zehn Notenstufen 4 bis 1+ — feiner abgestuft, jeder Punkt zählt mehr.
Wer entscheidet über den Knick?
Die Lehrkraft. In manchen Bundesländern und Schulformen gibt es Empfehlungen der Schulaufsicht oder Vereinbarungen im Fachbereich, aber rechtlich liegt die Entscheidung über den konkreten Notenschlüssel bei der unterrichtenden Lehrkraft. Die App Der Notenrechner erstellt Notenschlüssel mit Knick in Sekunden.