Tendenznoten sind die feineren Abstufungen einer Schulnote durch ein angehängtes Plus oder Minus: 1+ ist besser als 1, 1− schlechter, aber immer noch im Einser-Bereich. Lehrkräfte nutzen Tendenznoten vor allem, um Klausurnoten genauer zu differenzieren, wenn eine Leistung nicht eindeutig in eine glatte Schulstufe fällt. In der Oberstufe entsprechen die Tendenznoten direkt den fünfzehn Notenpunkten — 1+ ist 15 Punkte, 1 ist 14 Punkte, 1− ist 13 Punkte. Auf Halbjahres- und Zeugnisnoten in der Sekundarstufe I dürfen Tendenznoten in den meisten Bundesländern nicht erscheinen.
Was bedeuten Plus und Minus?
Jede der sechs Schulnoten kann mit einem Plus oder Minus versehen werden. Ein Plus zeigt eine Leistung an, die im oberen Bereich der jeweiligen Notenstufe liegt; ein Minus eine im unteren Bereich. Die glatte Note steht in der Mitte. So entsteht eine Skala mit bis zu siebzehn Abstufungen — von 1+ über 1, 1−, 2+, 2, 2− und so weiter bis zur 5− und schließlich der 6 (für die 6 sind Tendenzen unüblich).
Umrechnung: Tendenznote in Notenpunkte
In der gymnasialen Oberstufe ist die Plus-Minus-Logik fest verankert: Jede Schulnote ist in drei Notenpunkt-Stufen aufgeteilt. Diese Zuordnung gilt bundesweit:
| Tendenz | Notenpunkte | Wirkung |
|---|---|---|
| 1+ | 15 | beste Note |
| 1 | 14 | sehr gut |
| 1− | 13 | sehr gut, knapp |
| 2+ | 12 | gut, sehr knapp |
| 2 | 11 | gut |
| 2− | 10 | gut, gerade noch |
| 3+ | 9 | befriedigend, sehr knapp |
| 3 | 8 | befriedigend |
| 3− | 7 | befriedigend, gerade noch |
| 4+ | 6 | ausreichend, sehr knapp |
| 4 | 5 | ausreichend (Bestehensgrenze) |
| 4− | 4 | knapp ausreichend |
| 5+ | 3 | mangelhaft |
| 5 | 2 | mangelhaft, deutlich |
| 5− | 1 | mangelhaft, sehr knapp am Bestehen vorbei |
| 6 | 0 | ungenügend |
Eine ausführliche Erklärung jeder Stufe finden Sie in der Notenpunkte-Tabelle und im Lexikon-Eintrag zu Notenpunkten.
Wo sind Tendenznoten zulässig?
Die Zulässigkeit unterscheidet sich nach Bundesland und nach Notenart:
- Klausuren und schriftliche Arbeiten in Sek I: Tendenznoten sind in fast allen Bundesländern erlaubt und üblich, sofern die Schule oder die Fachkonferenz nichts anderes beschließt.
- Mündliche Noten und Quartals-/Trimesternoten: häufig zulässig, abhängig von der Konferenzordnung.
- Halbjahres- und Zeugnisnoten in Sek I: in den meisten Bundesländern nicht zulässig — auf dem Zeugnis erscheinen ausschließlich glatte Noten von 1 bis 6.
- Oberstufe und Abitur: Tendenzen sind ohnehin Teil des Notenpunktesystems, das auf dem Zeugnis erscheint (15 bis 0 Punkte).
Welche Regel im konkreten Fall gilt, steht in der Versetzungs- oder Zeugnisordnung des jeweiligen Bundeslandes. Wer eine Halbjahresnote vergibt, sollte vorher dort nachsehen.
Tendenznoten im Notendurchschnitt
Wenn Sie aus mehreren Tendenznoten einen Durchschnitt bilden, rechnen Lehrkräfte üblicherweise so: Plus zählt als −0,25, Minus als +0,25. Aus 2+, 2 und 2− wird also (1,75 + 2,00 + 2,25) / 3 = 2,00. Manche Schulen rechnen mit −0,3 / +0,3 — das ist Konvention, kein einheitlicher Standard. Der Notendurchschnitt-Rechner lässt sich für beide Konventionen konfigurieren.
Wer entscheidet über die Verwendung?
Innerhalb der Bundesland-Vorgaben entscheidet die Lehrkraft, ob und in welchen Stufen sie Tendenznoten vergibt. In manchen Fachbereichen gibt es Absprachen, in anderen ist es individuell. Auf Klausuren ist die Tendenz oft ausgeschrieben („2−") oder als Punkte-Bandbreite angegeben („87–90 Punkte = 2−"). Die App Der Notenrechner unterstützt die Vergabe von Tendenznoten direkt — kostenlos, ohne Anmeldung, alle Daten lokal.