Der offizielle IHK-Notenschlüssel
Der IHK-Notenschlüssel ist der einheitliche Bewertungsmaßstab der Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Er wird bei allen IHK-Prüfungen angewendet — von der Zwischenprüfung über die Abschlussprüfung bis hin zu Weiterbildungsprüfungen wie dem Fachwirt oder Betriebswirt. Die Prozentgrenzen sind bundesweit einheitlich festgelegt.
Wie funktioniert der IHK-Notenschlüssel?
Bei IHK-Prüfungen werden die erreichten Punkte ins Verhältnis zur Maximalpunktzahl gesetzt. Aus dem Prozentsatz ergibt sich die Note: Ab 92 % eine 1 (sehr gut), ab 81 % eine 2 (gut), ab 67 % eine 3 (befriedigend), ab 50 % eine 4 (ausreichend), ab 30 % eine 5 (mangelhaft) und darunter eine 6 (ungenügend). Die genauen Dezimalnoten werden anhand des detaillierten Bewertungsschlüssels ermittelt.
Mit dem Rechner oben können Sie die Note für jede beliebige Punktzahl sofort berechnen. Geben Sie die Maximalpunktzahl und die erreichten Punkte ein — die Note erscheint in Echtzeit.
Ab wie viel Prozent besteht man eine IHK-Prüfung?
Eine IHK-Prüfung gilt als bestanden, wenn mindestens 50 % der erreichbaren Punkte erzielt werden. Das entspricht der Note 4,4 (ausreichend). Unterhalb von 50 % erhält man die Note 5 (mangelhaft) oder 6 (ungenügend) — die Prüfung ist dann nicht bestanden.
Bei der Abschlussprüfung müssen zudem alle Prüfungsbereiche einzeln bestanden werden — es genügt nicht, einen schwachen Bereich durch einen starken auszugleichen. In manchen Berufen gibt es zusätzlich sogenannte Sperrfächer, in denen eine Mindestpunktzahl erreicht werden muss.
Was ist der Unterschied zwischen IHK- und Schulnoten?
Im Gegensatz zum schulischen Notensystem, bei dem Lehrkräfte die Prozentgrenzen selbst festlegen können (z. B. 50 %, 45 % oder 40 % als Bestehensgrenze), verwendet der IHK-Schlüssel feste, unveränderbare Grenzen. Zudem arbeitet das IHK-System mit Dezimalnoten von 1,0 bis 6,0, was eine feinere Abstufung als die klassischen Schulnoten erlaubt.
Einen schulischen Notenschlüssel-Rechner mit wählbaren Prozentgrenzen finden Sie auf unserer Rechner-Seite.
Welche Prüfungen verwenden den IHK-Notenschlüssel?
Der IHK-Schlüssel gilt für alle Prüfungen, die von einer Industrie- und Handelskammer abgenommen werden. Dazu gehören die Zwischenprüfung und Abschlussprüfung in über 250 anerkannten Ausbildungsberufen (z. B. Kaufleute für Büromanagement, Industriemechaniker, Fachinformatiker), Weiterbildungsprüfungen (Fachwirt, Betriebswirt, Meister) sowie die Ausbildereignungsprüfung (AEVO/AdA-Schein).
Nicht unter den IHK-Schlüssel fallen Prüfungen der Handwerkskammern (HWK), die einen eigenen, aber sehr ähnlichen Bewertungsmaßstab haben.
Wie werden IHK-Dezimalnoten berechnet?
Die Dezimalnote ergibt sich aus dem exakten Prozentsatz innerhalb einer Notenstufe. Wer z. B. 86 % erreicht, liegt im Bereich „gut" (81–91 %) und erhält eine Dezimalnote zwischen 2,0 und 2,4. Die genaue Berechnung erfolgt durch lineare Interpolation innerhalb der Stufe. Der Rechner oben zeigt Ihnen die exakte Dezimalnote für jede Punktzahl.
Was passiert, wenn man die IHK-Prüfung nicht besteht?
Bei Nichtbestehen kann die IHK-Prüfung zweimal wiederholt werden — insgesamt hat man also drei Versuche. Zwischen den Versuchen gibt es keine vorgeschriebene Wartezeit, allerdings werden Prüfungstermine in der Regel nur zweimal jährlich angeboten (Sommer und Winter). Bereits bestandene Prüfungsteile können auf Antrag angerechnet werden, sodass nur die nicht bestandenen Teile wiederholt werden müssen.
IHK-Notenschlüssel für die mündliche Prüfung
Auch für mündliche Prüfungen (Fachgespräch, Präsentation, mündliche Ergänzungsprüfung) gilt derselbe IHK-Notenschlüssel mit denselben Prozentgrenzen. Die Prüfer vergeben Punkte nach einem Bewertungsbogen, und die Gesamtpunktzahl wird prozentual umgerechnet. Bei der mündlichen Ergänzungsprüfung, die bei knappem Nichtbestehen beantragt werden kann, werden mündliches und schriftliches Ergebnis im Verhältnis 2:1 gewichtet.